02.05.2026 –, Raum A Sprache: Deutsch
Es gibt ein wachsendes Narrativ, dass Künstliche Intelligenz alles verändert.
Dass Software an Wert verliert, Entwicklerinnen und Entwickler austauschbar werden und Open Source seine Zeit gehabt hat.
Diese Sicht greift zu kurz.
Moderne KI-Systeme existieren nicht im luftleeren Raum. Sie laufen auf Linux. Sie basieren auf Open-Source-Bibliotheken, Kryptografie, Netzwerk-Stacks und auf Jahrzehnten gemeinschaftlich entwickelter Infrastruktur. Open Source ist Teil der KI-Lieferkette.
Wenn KI zur kritischen Infrastruktur wird, dann wird auch Open Source zur kritischen Infrastruktur.
Was bedeutet das für Sicherheit, Finanzierung, Wartung und Verantwortung?
In diesem Vortrag reflektiert Christian Grobmeier darüber, wie der Aufstieg von KI unser Verständnis von freier und Open-Source-Software verändert. Von Supply-Chain-Risiken bis hin zu Fragen der digitalen Souveränität im europäischen Kontext zeigt er, warum Open Source strategisch relevanter sein könnte als je zuvor.
Open Source verschwindet nicht.
Es ist zur Grundlage geworden.
Die entscheidende Frage ist, ob wir es auch so behandeln.
Christian Grobmeier ist Java Champion und langjähriger Mitwirkender bei der Apache Software Foundation. Er engagiert sich in Open-Source-Projekten wie Log4j und ist derzeit VP Data Privacy bei der ASF.
Als Autor von Java Logging with Log4j und The Zen Programmer beschäftigt er sich mit der Frage, wie Code, Verantwortung und menschliche Haltung in der Softwareentwicklung zusammengehören.